Aktuelle Ausstellung

Rudolf Horn – Wohnen als offenes System

24.11.2019 bis 22.03.2020

Plakat Rudolf Horn AusstellungDiese Ausstellung würdigt den Gestalter des MDW-Programmes (Montagemöbel Deutsche  Werkstätten Hellerau) Rudolf Horn, der in diesem Jahr sein 90. Lebensjahr vollendete.
Rudolf Horn, in Waldheim (Sachsen) geboren, war viele Jahre Professor an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein. Die Montagemöbel der Deutschen Werkstätten, die er gemeinsam mit seinem Kollegen Eberhard Wüstner 1966/1967 entwickelt hatte, waren sein erfolgreichstes Produkt.
Diese Montagemöbel setzten die Idee der Variabilität von Möbeln für den Kunden in der Praxis um. Das MDW-Programm gab den Nutzern die Möglichkeit, entsprechend seiner Bedürfnisse und Gegebenheiten, aus einem Baukasten die für ihn beste Variante auszuwählen – „Der Nutzer als Finalist“.
Aber nicht nur bezüglich der Gestaltung war das MDW-Programm etwas völlig Neues, auch hinsichtlich der Fertigung stellte es an die Arbeiter und Technologen der Deutschen Werkstätten neue Anforderungen. Es wurden keine fertig montierten Möbel mehr hergestellt, sondern nur noch „Bretter“. Tischler und Handel hatten ihre Schwierigkeiten mit dem innovativen Systemmöbel – doch viele Kunden waren und sind immer noch begeistert. Ob MDW nun Kultstatus hat, oder „nur“ Kulturgut ist – darüber können sich Gäste der Ausstellung selbst eine Meinung bilden.
Die Ausstellung zeigt neben vielfältigen Beispielen des MDW-Programmes auch Geschichten der jeweiligen Nutzer. Natürlich ist auch eine Version einer MDW-Wand im Original zu betrachten.
Im Stuhlbaumuseum ist bis zum 22. März 2020 die Geschichte dieses Erfolgsmöbels nachvollziehbar.

Begleitprogramm

25. Januar 2020, 11 Uhr
Öffentliche Führung durch die Ausstellung
 
14. März 2020, 17 Uhr
Mit dem Gestalter Rudolf Horn und dem Design-Duo Chmara.Rosinke treffen zwei Generationen von Designern aufeinander. In einem spannenden Gespräch erfahren wir wie sich die Arbeit mit Design verändert hat, welche Themen heute wieder an Aktualität gewinnen und welche Herausforderungen über die Jahrzehnte geblieben sind.
Das Gespräch wird moderiert von Thomas Geisler (Direktor, Kunstgewerbemuseum).

22. Februar 2020, 10-17 Uhr

Gemeinsam mit dem Design-Duo Chmara.Rosinke widmen wir uns den Gestaltungsprinzipien von Rudolf Horn und erarbeiten eigene, neue Ideen für eine moderne (Um-)Nutzung des MDW-Programms.

Insbesondere das multifunktionale MDW-Programm der Deutschen Werkstätten Hellerau, entworfen von Rudolf Horn, erfreut sich seit Mitte der 1960er Jahre großer Bekanntheit und ist bis heute beliebt.

  • Wie also kann man die Prinzipien der Regalwand in die Produktkultur der heutigen Zeit transferieren?
  • Wie sieht die Rolle einer solchen Regalwand heute aus? Was lagert man dort, was exponiert man?
  • Kann ein solches Möbelheute noch das Zentrum einer zeitgenössischen Einraumwohnung oder eines Lofts bilden?
  • Steht dieses Möbel heute an der Wand oder ist es beidseitig nutzbar und steht statt einer Trennwand mitten in der Wohnung?
  • Beherbergt es womöglich auch andere Funktionen wie z.B. Küche, Bad?
  • Wie realistisch ist ein sich wandelndes Möbel heutzutage?

Gemeinsam mit dem Design-Duo Chmara.Rosinke-Maciej Chmara & Ania Rosinke–widmen wir uns dem Prinzip der Regalwand und erforschen gemeinsam die Möglichkeiten und Herausforderungen eines derartigen Möbelsystems für den heutigen Wohnstil.

Der Workshop ist kostenlos. Anmeldung erforderlich unter Nils.Hilkenbach@skd.museum.

Die Teilnehmerzahl ist auf 10 Personen beschränkt.

Der Workshop wird gefördert im Rahmen des Projektes „180 Ideen für Sachsen“ durch die Kulturstiftung des Bundes.