Deutsches Stuhlbaumuseum Rabenau/Sachsen
Deutsches Stuhlbaumuseum Rabenau/Sachsen
Deutsches Stuhlbaumuseum Rabenau/Sachsen

Attraktionen aus dem Keller

(Sächsische Zeitung vom 13. Dezember 2013)

Rabenau – Im Stuhlbaumuseum lagern acht Sagenfiguren. Sie könnten schon bald Touristen zum Markt locken.

von Marleen Hollenbach

Ein Trompeter haust im Keller. Und er ist nicht allein. Ein weißes Fräulein ist bei ihm. Auch zwei Kobolde, ein Ritter und ein Einsiedler treiben sich hier herum. Eine wirklich seltsame Gesellschaft hat es sich seit einem Jahr im Rabenauer Stuhlbaumuseum gemütlich gemacht,  acht holzgeschnitzte Sagenfiguren. Ihre Geschichte ist turbulent. Doch hier in Rabenau haben sie endlich ein trockenes Plätzchen gefunden.

Dafür hat Johann Spensberger gesorgt, der die Figuren für das Stuhlbaumuseum kaufte. Zu sehen gibt es die Skulpturen noch nicht. Aber das könnte sich schon bald ändern. Zumindest wenn es nach dem Museumsleiter geht. „Es wäre ein großer Wunsch von mir, mit diesen Skulpturen einen Sagenpfad in Rabenau zu errichten“, sagt er. Der Museumsleiter hat sich auch schon genau überlegt, wo  dieser Pfad entlangführen soll und warum. „Von ihrer Bedeutung her gehören die Figuren an  die Rote  Weißeritz.  Aber wenn man mehr Touristen in die Stadt locken will, dann sollte der Pfad zum Markt, und damit auch zum Museum hochführen“, sagt  Spensberger. Denn wer vom Rabenauer Grund zum Markt möchte, muss den Mühlberg erklimmen. Nicht jeder wagt den Aufstieg. „Die Figuren könnten den Anreiz bieten“, so Spensberger.
Bevor es aber soweit ist, wird es wohl noch viele Diskussionen geben. Über die Umsetzung muss gesprochen werden, aber auch über die Finanzierung. Doch der Plan steht. Und der erste Schritt ist getan. Als die Figuren nach Rabenau kamen, waren sie in einem schlechten Zustand. Der Holzwurm hatte ihnen zugesetzt. Um die Figuren zu retten, musste das Museumsteam schnell handeln. „Wir haben die Schädlinge bekämpft“, sagt Johann Spensberger.  Nicht nur der Museumsleiter würde sich freuen, wenn die Skulpturen wieder in Rabenau stehen. Auch der Rabenauer Künstler Olaf  Klepzig ist von der Idee begeistert. Er schnitzte die Figuren 2002 aus Kastanien aus dem  Tharandter  Wald. Damals hatte sich der Künstler gerade selbstständig gemacht. Sorgen um die Finanzen blieben da nicht aus. „Als ich dann das Kaufangebot aus Rehefeld  bekam, habe ich gleich zugesagt, obwohl es mir nicht leicht gefallen ist“, sagt er.

Dass die Figuren irgendwann nach Rabenau zurückkehren würden, damit hatte er nicht gerechnet.  Auch nicht, als der Betreiber des Figurenparks in Rehefeld 2007 pleiteging und die Figuren versteigerte.  „Damals wollte ich dabei sein, aber der Bürgermeister aus Altenberg kam mir zuvor“, erinnert sich Klepzig.  Viele Jahre lagerten die Figuren in der Bergstadt, bis Johann Spensberger auf sie aufmerksam wurde und Anfang des Jahres nach Rabenau zurückholte. „Hier gehören sie hin“, sagen  Museumsleister und Künstler unisono. Der Keller sei erst der Anfang. Bald haben die Figuren ihr Schattendasein beendet.

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