Deutsches Stuhlbaumuseum Rabenau/Sachsen
Deutsches Stuhlbaumuseum Rabenau/Sachsen
Deutsches Stuhlbaumuseum Rabenau/Sachsen

Rabenau hat seine Postmeilensäule wieder

(Sächsische Zeitung vom 21. Mai 2013)

Die Rabenauer feierten am Wochenende ein Stadtfest – anlässlich der Verleihung des Stadtrechts vor 525 Jahren. Einer der Höhepunkte war die Einweihung einer Replik der Postmeilensäule. Aber auch sonst bot das Pfingstwochenende mehrere Gelegenheiten zum Feiern, zum Ausspannen vom Alltag und zum Entdecken. Dazu luden unter anderem die Mühlen und Künstler der Region ein.

Diesen Moment wollten viele Rabenauer nicht verpassen. 350 Zuschauer versammelten sich am Sonnabend auf dem Marktplatz,  um mit Bürgermeister Thomas Paul (CDU) die neue Postmeilensäule einzuweihen. Der Stadtchef hatte dazu hohen Besuch eingeladen, der standesgemäß mit einer Kutsche vorgefahren kam. Aus ihr entstiegen drei Männer in Kostümen – der Wegbereiter der sächsischen Postmeilensäulen, der Land- und Grenzkommissar Adam Friedrich Zürner, alias Karl Heinz Becker, einer seiner Helfer alias  Karl-Heinz Rutsch und Hofnarr Frölich alias Matthias Christian Schanzenbach.

Paul erinnerte an die wechselvolle Geschichte der Säule. Die erste wurde bereits vor 283 Jahren errichtet. Die damaligen Stadtväter waren nicht  begeistert. „Sie baten ihren Landesherrn mehrmals, dass er ihnen die Aufstellung einer solchen Säule doch erlassen möge“, sagte Paul. Denn sie sollten sie selbst bezahlen. Doch der Kurfürst in Dresden blieb hart, die Rabenauer beugten sich. 1730 war es dann soweit. Die Postmeilensäule wurde errichtet.

150 Jahre später musste sie aber wieder weg. Offenbar war sie zu desolat, sagte Paul.  An ihre Stelle kam ein Ehrenmal für die Helden des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871. 1960 wurde es aber abgetragen. Der Platz blieb frei. Einige Rabenauer wollten das ändern und schoben eine Diskussion um die Wiedererrichtung des Kriegerdeckmals an. In der weiteren Debatte kamen die Stadtväter aber zu dem Schluss, dass eine Postmeilensäule besser passen würde. Mit Hilfe der Forschungsgruppe Kursächsische Postmeilensäulen wurde die Vorlage für die Replik erarbeitet. Das Ergebnis kam in Rabenau gut an. Viele zückten ihre Fotoapparate, um den historischen Moment festzuhalten.

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